Trappentropfen  
   
 
 

Presse

Magenbitter für den Vogelschutz

Apotheker sammelt mit Trappentropfen Geld für bedrohte Vögel - Rezeptur ist geheim

ALTENWEDDINGEN/DDP. Dietrich Wolff erinnert sich mit Wehmut an die Trappen in der Magdeburger Börde. Der 66-jährige Apotheker hat die stattlichen Tiere in seiner Kindheit noch rund um Altenweddingen beobachtet. 20 bis 25 Trappen, die zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Erde gehören, lebten einst in der Region. Wolff legt zum Beweis einen Schulaufsatz aus dieser Zeit auf den Tisch. Auguste Hoyer schrieb damals über Schreibfedern von Krähen, Gänsen und Trappen. Die Zeit ist längst vorbei.

Es gehöre quasi zur Familientradition, sich mit Trappen zu beschäftigen, sagt Wolff. Schon der Vater sorgte sich um den Erhalt der Vögel, er selbst war zu DDR-Zeiten im Kulturbund engagiert, um den stark geschrumpften Bestand der Trappen im Fiener Bruch, in den Belziger Landschaftswiesen und im Havelländischen Luch zu beobachten und zu schützen. In der Börde hatte die Trappe Mitte des 19. Jahrhunderts eine große Bedeutung.

1939 gab es in Deutschland noch 4100 Großtrappen, 1997 waren es etwa 50, heute liegt ihre Zahl in Sachsen-Anhalt und Brandenburg bei rund 110, schätzt der Förderverein Großtrappenschutz. Die Natur erholt sich wieder, eine leichte Zunahme des Bestandes lasse sich erkennen.

Die Altenweddinger Löwenapotheke unterstützt den Schutz der seltenen Vögel im Havelland. «Trappentropfen» gelten dort nicht nur als «hervorragende Medizin». Ein Teil des Erlöses vom Verkauf des 40-prozentigen Magenbitters kommt dem Schutz der bis zu 18 Kilogramm schweren Vögel zugute, sagt Martin Wolff, der vor einigen Jahren die Apotheke von seinem Vater übernahm. «2007 haben wir uns entschlossen, pro Flasche 50 Cent zu spenden», erläutert er. Die Population der eindrucksvollen Tiere müsse unbedingt erhalten und wieder ausgebaut werden. Außerdem verdanken die Tropfen den Tieren schließlich ihren Namen.
Erfunden hat die «Trappentropfen» Ernst Massute, dem vor über 100 Jahren die Apotheke gehörte. Er arbeitete von 1892 bis 1897 auf der Insel Java und soll dort den Magenbitter entwickelt haben. Dieser steht seitdem fast ohne Unterbrechung im Regal, handgefertigt vom jeweiligen Apotheker. Das Rezept ist ein gut gehütetes Familiengeheimnis. Lediglich eine Zutat verrät Dietrich Wolff: Sandelholz sei enthalten, ansonsten geben die Extrakte von insgesamt einem Dutzend Ingredienzien wie Rinden, Wurzeln und Samendrogen dem Likör seinen Geschmack. Vor allem in der DDR hatte der Apotheker seine liebe Not, die exotischen Zutaten zu beschaffen.

Die Zubereitung nennt Wolff «nicht ohne». Mit der Übergabe der Geschäfte habe ihn der Vater in die Zubereitung eingeweiht. Viele Kniffe müssten beachtet, Zubereitungszeiten peinlich genau eingehalten werden. Der 35-Jährige versucht sein Bestes. Schließlich schwören seine Stammkunden auf die «Trappentropfen» und sorgen mit jedem verkauften Fläschchen für den Erhalt der gefährdeten Namensgeber.

 

 

 

  Linden Apotheke   Löwen Apotheke Schützt die Großtrappe! Hier geht es zur Internetseite des Fördervereins Großtrappenschutz e. V.Trappe
  Kontakt   Impressum   AGB   Datenschutz   Sitemap